

Wenn ich früher das Wort „Ziele“ hörte, dachte ich sofort an Karriereleitern, Terminkalender und dieses ständige Gefühl, noch nicht „angekommen“ zu sein. Jetzt, wo der Berufsalltag hinter mir liegt, fragte ich mich anfangs tatsächlich: „War’s das jetzt mit den Zielen? Darf ich jetzt einfach nur noch… sein?“
Die Antwort, die ich für mich gefunden habe, ist ein klares Jein. Ich brauche keine Ziele mehr, um jemandem etwas zu beweisen oder um meinen Lebensunterhalt zu sichern. Aber ich merke, dass ich Ziele brauche, um morgens mit einem Funkeln in den Augen aufzustehen. Nur sehen diese Ziele heute ganz anders aus als mit dreißig.
Vom „Müssen“ zum „Wollen“
Früher waren Ziele oft mit einem „Müssen“ verknüpft. Heute ist mein größter Antrieb das „Wollen“. Ein Ziel kann heute sein, endlich dieses eine komplizierte Strickmuster zu verstehen, den Garten auf ökologische Weise umzugestalten oder einfach nur, jeden Tag eine halbe Stunde ganz bewusst zu lesen.
Diese neue Form der Motivation speist sich nicht aus Ehrgeiz, sondern aus echter Neugier. Ich habe für mich entdeckt, dass Ziele im Alter wie kleine Leuchtfeuer sind. Sie halten den Geist wach und geben dem Tag eine Struktur, die sich nicht nach Arbeit, sondern nach Abenteuer anfühlt. Es ist eine wunderbare Zuversicht darin zu spüren, dass man immer noch dazulernen und etwas bewirken kann.
Der Gewinn: Das Gefühl von Sinn
Ich profitiere jeden Tag davon, wenn ich mir kleine, erreichbare Projekte vornehme. Es schützt mich vor der Falle der Passivität. Wenn ich mir vornehme, bis zum Sommer die Namen aller Vögel in meinem Garten zu kennen, dann gehe ich mit einer ganz anderen Aufmerksamkeit durch die Welt.
Es schenkt mir eine tiefe Zufriedenheit, wenn ich abends sagen kann: „Heute habe ich etwas Neues verstanden oder angefangen.“ Diese kleinen Siege sind Balsam für die Seele. Sie zeigen mir, dass meine Reise noch lange nicht zu Ende ist, sondern nur in einem anderen Tempo und mit einer anderen Tiefe weitergeht.
Ziele neu denken: Ein paar Impulse für dich
Vielleicht hast du auch Lust, dir ein „Leuchtfeuer“ für die nächste Zeit zu suchen? Es muss nichts Großes sein. Hier sind drei Fragen, die mir geholfen haben, meine Motivation neu zu sortieren:
- Was ist eine Sache, die du schon immer lernen oder tun wolltest, wofür du aber früher nie die Zeit oder die Muße hattest?
- Welches kleine Projekt könntest du diese Woche starten, das dir einfach nur Freude macht, ganz ohne dass am Ende ein „perfektes Ergebnis“ stehen muss?
- Wofür möchtest du am Ende dieses Monats stolz auf dich sein? (Das kann auch etwas Emotionales sein, wie zum Beispiel „Ich habe wieder öfter gelacht“).
Ich bin gespannt: Hast du dir für die kommenden Monate etwas vorgenommen? Oder genießt du es gerade eher, mal ganz ohne festes Ziel durch den Tag zu treiben? Beides hat seinen Wert – erzähl mir gerne davon!
Dieser Beitrag gehört zur Kategorie Ziele und Motivation und ist mit dem Tag Zuversicht verknüpft – weil jedes neue Ziel ein Versprechen an die Zukunft ist.
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